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Du stehst auf dem Marko-Feingold-Steg. Früher hieß die Brücke Makartsteg, benannt nach dem Salzburger Maler Hans Makart. Seit 2018 trägt sie einen anderen Namen, und der hat Gewicht. Marko Feingold war Salzburger Jude, KZ-Überlebender, vier Lager hat er durchgemacht: Auschwitz, Neuengamme, Dachau, Buchenwald. Er hat überlebt. Und er hat danach nicht geschwiegen. Jahrzehntelang war er Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, hat in Schulen erzählt, hat Erinnerung wachgehalten, als viele lieber geschwiegen hätten. 2019 ist er gestorben, mit 106 Jahren. Dass diese Brücke seinen Namen trägt, ist keine Selbstverständlichkeit, es ist eine Entscheidung, und die war richtig. Jetzt schau dich mal um: An den Geländern hängen hunderte Liebesschlösser. Paare gravieren ihre Namen rein, hängen das Schloss ans Gitter, werfen den Schlüssel in die Salzach. Das Ding kennt man von Brücken weltweit, hier in Salzburg passt es irgendwie trotzdem. Oder gerade deshalb, weil der Name über der Brücke daran erinnert, was passiert, wenn Hass gewinnt. Nimm dir kurz einen Moment, schau über die Brüstung auf die Salzach runter, und dann noch mal hoch zu den Schlössern. Irgendwo da dazwischen steckt mehr Geschichte als auf den ersten Blick.
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Pro freischalten© Fotos und Videos sind in Kooperation mit dem SalzburgerLand Tourismus und Gasteinertal Tourismus entstanden.